Aktivitäten im laufenden Jahr
Aktivitäten Februar 2026
Jahresplanung und Erfahrungsaustausch im Februar 2026
Frischer Neuschnee sorgte am 17. Februar 2026 zu einer relativ kleinen Gruppe Anwesender, die sich im Café Thusnelda über die Themenauswahl für das Jahr 2026 abstimmten. Wenn möglich, sollen sich weiterhin Vorträge und Erfahrungsaustausch abwechseln, was praktisch aber nicht immer umsetzbar ist, da dies auch von der Verfügbarkeit der Referenten abhängig ist. Bei der Themenauswahl steht traditionell der Austausch mit der Charité Berlin mit ihren Huntington-Ambulanzen im Vordergrund. So werden wir im April 2026 Herrn Dr. Spruth und Frau Dr. Gemenetzi begrüßen können, zusammen mit dem Humangenetiker Dr. Demmer. Im Juni 2026 soll unsere Mitgliederversammlung stattfinden. Zum Thema „Psychosoziale Aspekte der Huntington-Krankheit“ wollen wir danach einem Fachmann einladen. Für den Herbst ist ein weiterer Vortrag angedacht. Zwischendurch werden wir uns jeweils zum Erfahrungsaustausch treffen. Als weitere Aktivitäten außerhalb unseres monatlichen Treffens in der Heilandskirche werden das Oster-Kaffeetrinken bei Gisela und Wolfgang in Spandau, das Sommertreffen bei Familie Richter in Leegebruch und eine Dampferfahrt gewünscht. Interesse besteht auch an einem Besuch im Deutschen Technikmuseum in Berlin-Kreuzberg. Und natürlich ist unsere Weihnachtsfeier fest eingeplant. Die Termine werden dann auf unserer Internetseite zu finden sein.
Andreas erinnerte an den im Oktober 2025 verstorbenen Brian J. Corrette, der am 16.02.2026 auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beigesetzt wurde. Dabei blickte seine Ehefrau Petra auf den vielschichtigen Lebensweg von Brian zurück und schilderte einige Anekdoten aus seinem wissenschaftlichen Berufsweg sowie private Ereignisse. Zwischendurch waren Musiktitel nach dem Geschmack von Brian zu hören. Petra und Brian gehörten zum Stamm unserer Selbsthilfegruppe und wir verbrachten viele angenehme Stunden miteinander, in denen wir uns über vielerlei Themen austauschen konnten. Noch eine Woche vor seinem überraschenden Tod waren wir bei einer Dampferfahrt zusammen unterwegs. Er fehlt uns.
Im Mittelpunkt des anschließenden Erfahrungsaustausches standen die Fragen einer Abiturientin, die sich für ihre demnächst anstehende Präsentationsprüfung das Thema Huntington ausgewählt hatte. Mit ihren gut vorbereiteten Recherchefragen war erkennbar, dass sie sich bereits seit einiger Zeit mit der Materie beschäftigte und dabei über den Tellerrand blickte. So wurden z. B. beim Thema Präimplantationsdiagnostik in unserer Gesprächsgruppe individuelle politische und philosophische Abwägungen ausgetauscht und wir freuten uns über die tiefsinnige Unterhaltung, ehe wir uns zum Abschied auf den verschneiten Heimweg begaben.
Thema "Trauer und Verlust" im Januar 2026
Bei eisiger Kälte trafen wir uns am 20. Januar 2026 im Café Thusnelda in der Heilandskirche in Berlin-Tiergarten. Zum Jahresauftakt stand das nicht ganz so leichte Thema „Trauer und Verlust“ auf dem Programm. Als Fachberaterin konnten wir die Sozialpädagogin Judith Göde begrüßen. Sie leitet seit 2019 eine offene Trauergruppe im Meerbaumhaus in Tiergarten und verfügt darüber hinaus übervielfältige persönliche Trauererfahrungen. Sie ist auch Mitglied im Netzwerk „Trauer & Leben“. Trauer ist eine Reaktion auf einen Verlust. Einleitend gab sie eine Übersicht, welche Verlust-Ereignisse dann Trauer verursachen können: Tod von Partnern, Familienangehörigen und Freunden, persönliche Trennungen von nahestehenden Menschen, Verlust von (Haus-) Tieren, Verlust von persönlicher bzw. finanzieller Sicherheit, der Arbeitsstelle, der Heimat und der gewohnten Umgebung oder von Lebensmöglichkeiten, neu hinzugekommene Folgen von Behinderungen und Lebenseinschränkungen durch Krankheit bei sich selbst und bei anderen nahestehenden Menschen. Speziell bei der Huntington-Krankheit spielt die „vorauseilende Trauer“ eine häufige Rolle, sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Angehörigen und Freunden. Judith Göde empfiehlt allen Trauernden, sich individuelle Strategien zu suchen, um mit der Trauer umzugehen, z. B. Gesprächsgruppen, Arbeit, Sport, Chorsingen und diverse Freizeitaktivitäten. Mit diesen Aktivitäten können der mit der Trauer verbundene große Stress abgebaut werden und Depressionstendenzen vorgebeugt werden. In der folgenden Gesprächsrunde wurde festgestellt, dass Trauer zwar sehr anstrengend sein kann, aber keine Krankheit ist. Trauer braucht Zeit – und auch gerne zusammen mit anderen Menschen. Diverse Beiträge aus der Gruppe zeigen, dass Trauererfahrungen bereits vielfältig und nachhaltig vorhanden sind. Zur Vertiefung der Materie weist Judith auf 4 Bücher hin: Chris Paul: Ich lebe mit meiner Trauer, Annelie Keil: Auf brüchigem Boden Land gewinnen, Eva Eland: Gebrauchsanweisung gegen / bei Traurigkeit sowie Caroline Kraft / Susann Brückner: endlich über Trauer reden. Wir danken Judith für den aufschlussreichen Abend.
Weihnachtlicher Jahresausklang
Zu unserer traditionellen Weihnachtsfeier trafen wir uns am 9. Dezember 2025 schon traditionell beim Italiener in Wilmersdorf. Für die richtige weihnachtliche Stimmung des Vereinszimmers sorgte – wie auch schon in den letzten Jahren – Gisela, die sowohl den Raum als auch die Speisetafel festlich ausschmückte. Darüber hinaus verwöhnte Diana alle Gäste mit Weihnachtsgeschenken sowie – zusammen mit ihrer Tochter – selbstgebackenen Weihnachtskeksen. Der Vorstand bedankte sich insbesondere bei den regelmäßigen Teilnehmern unserer regelmäßigen Treffen, durch die den Besuchern ein breites Erfahrungswissen angeboten wird. Nach den Worten folgte das gemeinsame Weihnachtsessen, speziell mit Gänse- bzw. Entenbraten, aber auch mit Speisen nach individueller Auswahl. Bis „tief in die Nacht“ wurde dann noch geplaudert und das Jahr frohgemut abgeschlossen (Foto: Diana Zetzsche).
Erfahrungsaustausch im November 2025
Zu Beginn war es draußen schon dunkel und kalt: so fand unser Erfahrungsaustausch am 18.11.2025 im Café Thusnelda in Berlin-Tiergarten statt. Im Vordergrund standen zunächst drei Personen, die wir erstmalig in unserer Runde begrüßen durften. Hierbei standen der Umgang mit den ersten Symptomen der Erkrankung im Vordergrund und aus der Gruppe kamen – basierend auf eigenen Erfahrungen – viele Tipps und Ratschläge. Das galt auch für die Herangehensweise einer Angehörigen, die die Erkrankung in der Familie erlebt und fachlichen Rat erhielt. Über die Tabuisierung dieser und anderer Erkrankungen haben wir uns schon öfters unterhalten und können mit unseren Broschüren spezielles Infomaterial anbieten. Auch ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung sollte gut vorbereitet werden. Natürlich gehört dazu auch ein wenig Glück, wann und wo ein gesuchter Platz auch gerade frei ist. Auch die Möglichkeit einer Reha sollte nach Rücksprache mit dem Arzt in Betracht gezogen werden, zumal es auch einige Kliniken gibt, die sich mit Huntington auskennen. Mit den aktuellen Studienberichten schwingen auch Hoffnungen auf Abschwächung der Krankheit mit. Berichte dazu sind immer willkommen.
Treffen mit Frau Dr. med. Tina Mainka-Frey von der Charité Berlin
Im herbstlichen Berlin-Tiergarten durften wir uns am 21.10.2025 im Café Thusnelda in der Heilandskirche die Fachärztin für Neurologie, Frau Dr. med. Tina Mainka-Frey, von der Neurologischen Ambulanz der Charité Berlin begrüßen. Sie schließt zunächst an ihren Besuch bei uns im letzten Jahr an, bei dem sie über die PTC-518-Studie der Phase II der Firma PTC Therapeutic berichtete, bei dem der Wirkstoff in Tablettenform eingenommen wird und der erfolgversprechend war. Es hat sich nun ergeben, dass durch das Medikament der Huntingtin-Spiegel stärker gesenkt wurde. Zwischendurch wurde das Medikament von der Firma Novartis erworben und wird nun unter dem Namen Votoplam erforscht. Folgerichtig plant Novartis nun eine Phase-3-Studie plant, in der Votoplam an einer größeren Gruppe von Menschen mit Huntington im frühen Stadium getestet werden soll. Aktuell laufen Verhandlungen, ob die Studie auch an der Charité angeboten werden soll. Frau Dr. Mainka-Frey geht kurz auf die aktuellen Ergebnisse der durch Hirnchirurgie verabreicht Gentherapie-Studie der Firma uniQure ein, wonach das Medikament AMT-130 das Fortschreiten der Huntington-Krankheit verlangsamen kann. Die Ergebnisse dieser Phase I/II-Studie müssten allerdings auf größerer Ebene bestätigt werden, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Anschließend stand Frau Dr. Mainka-Frey für Nachfragen zur Verfügung, was von den Anwesenden umfangreich angenommen wurde. Mit einem kleinen Geschenk bedankten wir uns für den freundlichen Besuch!
Andreas Schmidt berichtete, dass er in die Heilandskirche zu einem „Abendgottesdienst Kultur“ mit der Pfarrerin Jutta Pfannkuch eingeladen wurde und in der letzten Woche eine Kanzelrede zum Thema „Hauptsache gesund?“ gehalten hat. Dabei hat er in Form einer Gastpredigt über Seltene Erkrankungen im Allgemeinen und die Huntington-Krankheit im Speziellen informiert und zu einer offensiven Herangehensweise mit Problemen und Erkrankungen aufgerufen.
Dampferfahrt mit der Havel-Queen
Der Spätsommer meinte es gut mit uns: mit Sonnenschein wurden wir im Norden von Berlin am 27. September 2025 in Tegel empfangen. Zu unserer Überraschung fand dort auf der Greenwichpromenade das Tegeler Hafenfest statt, dass Ende Juli 2025 wegen massiver Sturmschäden aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste und nun auf dieses Wochenende verschoben wurde. Das hatte zur Folge, dass es schon zu Beginn sehr voll war, wir uns aber in der Menschenmenge dann doch noch finden konnten. Unsere zweistündige Rundfahrt mit dem MS Havel Queen startete pünktlich in den sonnigen Nachmittag und führte uns an Reinickendorfer Ortsteilen sowie Spandau vorbei an die Brandenburger Landesgrenze nach Nieder Neuendorf. Nach dortigem Anleger erfolgte die Wende und es ging wieder zurück an Tegelort vorbei bis nach Tegel. Natürlich gab es zwischendurch einen kleinen Imbiss und wir freuten uns über den gemeinsamen Nachmittag. Zurück auf der Greenwichpromenade nutzten wir noch die Möglichkeit, die kulinarische und musikalische Angebote des Hafenfestes zu genießen. Es war ein schöner Ausflug in den Berliner Norden.
Treffen der SHG im September 2025
Unser Treffen der Selbsthilfegruppe am 16. September 2025 im Café Thusnelda begann mit einem „Rekord“: Sieben Erstbesucher/innen unterschiedlicher Altersgruppen durften wir zu unserem Erfahrungsaustausch begrüßen. Dieser Beginn wurde durch eine Kuchenspende von Gisela und Wolfgang aufgelockert, natürlich in legerer Runde mit Kaffee und Kuchen und Schlagsahne. Schon in der Vorstellungsrunde zeigte sich die emotionelle Brisanz von Erstbesuchen, bei denen es um Öffnung und Vertrauensbildung gegenüber einer noch unbekannten Umgebung geht. Wir hatten eine glückliche Gesprächsrunde und konnten aus unseren Erfahrungen berichten und dabei zur Beruhigung unserer Gäste beitragen. Gleichzeitig wurde betont, dass eine Regelmäßigkeit beim Besuch unserer Gruppe zu einem nachhaltigen Effekt führen würde und wir uns noch vertraulicher austauschen können, da die persönlichen Situationen und Hintergründe schon präsenter sind.
Wir freuen uns auf unsere nächsten gemeinsamen Treffen!
Erfahrungsaustausch im August 2025
Und es war Sommer – und wir waren am 19.08.2025 in einer relativ kleinen Runde und mussten erst einmal in der Markthalle gemeinsam Eis essen gehen. Nach dieser, speziell für einige Erstbesucher, hilfreichen Einstiegsrunde ging es zurück in unser Café Thusnelda zum Erfahrungsaustausch, bei dem zunächst die Erstbesucher/innen, die jeweils von unterstützenden Freundschaften begleitet wurden, im Vordergrund standen. In beiden Fällen wurde in der Gruppe offen und direkt über das Befinden und verschiedene Gedankengänge und Perspektiven gesprochen. Natürlich kamen danach auch alle anderen Anwesenden entsprechend zu Wort, was auch von den Neulingen aufmerksam und interessiert verfolgt wurde. Mit einem Ausblick in die nahe Zukunft endete dieser tiefgehende sommerliche Erfahrungsaustausch.
Prof. Dr. Hoa Nguyen zu Gast in Berlin
Einen besonderen Gast durften wir am 15. Juli 2025 im Café Thusnelda in Berlin-Tiergarten begrüßen: Prof. Dr. Hoa Nguyen, Direktor der Abteilung Humangenetik an der Ruhr-Universität Bochum. In seinem Vortrag informierte er uns über die aktuellen Entwicklungen in der Genetik bezüglich der Huntington-Krankheit. Prof. Nguyen leitet seit 2019 die humangenetische Beratungs- und Diagnostikstelle und betreut mit seinem Team jährlich über 500 Menschen. Seine Abteilung für Humangenetik bildet gemeinsam mit der Klinik für Neurologie (Prof. Dr. Carsten Saft) am St. Josef-Hospital das Huntington-Zentrum NRW, eines der weltweit größten Zentren zur Diagnostik, Behandlung und Erforschung der Erbkrankheit.
Eine Besonderheit in Bochum ist die Erforschung der genetischen Faktoren, die das Erkrankungsalter und den Erkrankungsverlauf beeinflussen. Durch kleine Abweichungen vom reinen CAG-Wiederholungsstrang im Huntington-Gen, in den sich z. B. mit CAA oder CCG zwischendurch neue Varianten ergeben, kann sich der Verlauf der Huntington-Krankheit und der Zeitpunkt des Ausbruchs verändern. Die CAG-Unterbrechungen werden auch als „Loss of Interruption (LOI)-Varianten“ bezeichnet. Die genauen Auswirkungen der unterschiedlichen Abweichungen werden aktuell auch in Bochum intensiv erforscht. Prof. Nguyen ist hoffnungsfroh, in den nächsten Jahren positive Ergebnisse zur Einschränkung der Krankheit finden zu können.
In der anschließenden Aussprache ging es u. a. um die Frage, die eigene DNA untersuchen zu lassen und dann mit dem Wissen der eigenen vorhandenen Genmutationen neu auf das zukünftige Leben zuzusteuern. Auch der Einfluss der „Künstlichen Intelligenz (KI)“ auf die Forschung wird erwartungsvoll betrachtet. Wir danken Prof. Nguyen für seinen Besuch und die geduldigen Erläuterungen der sicherlich nicht einfachen Materie.
Mitgliederversammlung im Mai 2025
Am 20. Mai 2025 trafen wir uns im Café Thusnelda in der Heilandskirche in Berlin-Tiergarten zu unserer Mitgliederversammlung. Zunächst wurde der Geschäftsbericht des Vorstandes für 2024 von Andreas Schmidt und Axel Busse und der Finanzbericht des Vorstandes für 2024 von Schatzmeisterin Diana Zetzsche vorgetragen. Der Bericht der Kassenprüferinnen erfolgte von Carla Schmidt und Daniela Richter. Nach Aussprache zu den Berichten wurde der Vorstand einstimmig von den Mitgliedern entlastet. Wie alle 2 Jahre vorgeschrieben, standen wieder Wahlen an. Unter der Leitung von Kalle Brosig, langjähriger DHH-Bundesvorsitzender und Ehrenmitglied der DHH, erfolgten die Neuwahlen des Vorstandes. Der Vorsitzende Andreas Schmidt, der stellvertretende Vorsitzende Axel Busse und die Schatzmeisterin Diana Zetzsche kandidierten erneut und wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Als Kassenprüferinnen wurden Carla Schmidt und Daniela Richter gewählt. Alle Gewählten nahmen die Wahl an. Nach einer Pause übernahm wieder Kalle Brosig die Regie und es erfolgte ein Erfahrungsaustausch, in dem es auch über die Entwicklung der DHH in den letzten Jahren ging. Ein Hauptaugenmerk lag auch in der Auswahl der unterschiedlichen Möglichkeiten der Pflege der Erkrankten sowie in der individuellen Belastung der pflegenden Angehörigen. Besonders hervorgehoben wurde die Möglichkeit, sich in der Selbsthilfe zu informieren und intensiv über die eigenen Erfahrungen auszutauschen und damit viele praktische Tipps von anderen Mitgliedern zu erhalten.
Wir danken Kalle Brosig und Gaby Schröder für den Besuch.
April-Workshop zum Thema Achtsamkeit
Dem Wunsch der Gruppe entsprechend trafen wir uns am 15. April 2025 zu einem Workshop zum Thema Achtsamkeit im Café Tusnelda in der Heilandskirche in Berlin-Tiergarten. Referent des Abends war Jens Erik Geißler vom Sekis-Arbeitskreis Fortbildung in der Selbsthilfe. In einer ersten Vorstellungsrunde in Form eines „Blitzlichts“ wurden die vielfältigen Motivationen der Anwesenden deutlich, sich mit dem Thema Achtsamkeit zu beschäftigen. Im Anschluss erfolgten mehrere Speed-Dating-Gesprächsrunden, in denen sich jeweils zwei Personen für 5 Minuten über von Jens vorgegebene tiefergehende Fragen über die persönlichen Sichtweisen auf Achtsamkeit und Aufmerksamkeit austauschten. Nach einer kurzen Pause ging es in großer Runde weiter: Wie achtsam ist man selber? Wie offen werden andere wahrgenommen? Wie intensiv lasse ich andere an mich und meine Gefühle ran? Wo sind Grenzen meiner eigenen Belastung? Die interessierte Runde ging auf die einzelnen Gedankengänge vielschichtig ein und ehe sich alle versahen, war die Zeit schon wieder vorbei. In einer Abschlussrunde hatten alle die Möglichkeit, ihr persönliches Schlüsselerlebnis des Abends zu schildern. Einig war man sich, dass es heute viele neue Gedankenanstöße gab, die sowohl in der Gruppe als auch individuell weiter verfolgt werden sollten. Außerdem war es eine nette Runde, in der sich viele untereinander ein wenig besser kennengelernt haben. Wir danken Jens für den munteren und anregenden Abend.
Erkenntnisse aus dem Selbsthilfe-Workshop im März
Unser Treffen im März fand im Rahmen eines Workshops statt. Dazu hatten Petra & Axel ihre Erkenntnisse aus der Sekis-Auftaktveranstaltung im Februar direkt in einer Gruppenarbeit umgesetzt. Ziel war es, die Beweggründe für die Teilnahme an der Gruppe zu beleuchten und Wünsche für die zukünftige Gestaltung zu sammeln. Mit bunten Karteikarten wurde sich dabei am Wort "Selbsthilfe" entlang gehangelt und es wurde versucht, jeden Buchstaben des Wortes mit einem Wunsch oder einem Beweggrund zur Teilnahme an der Gruppe zu verknüpfen. Nach erfolgter Arbeit entstand ein wertvoller Austausch, welcher uns wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Gemeinschaft geben wird.
Warum kommen Menschen zur Selbsthilfegruppe?
Die Teilnehmenden nannten drei Hauptgründe für ihre Teilnahme:
- Information: Ein zentrales Bedürfnis ist der Wunsch nach fundierten Informationen. Dies umfasst wissenschaftliche Vorträge, Studienergebnisse und praktische Ratschläge zum Umgang mit der Krankheit – sowohl für Betroffene als auch für Angehörige. Der Austausch mit anderen Betroffenen und die Vermittlung von Hilfsangeboten, z.B. zu Ergo- und Logopädie, sind ebenfalls wichtige Aspekte.
- Gemeinschaft: Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen wird als sehr wertvoll empfunden. Es bietet die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Freundschaften zu schließen und sich in einem geschützten Raum offen über seine Gefühle und Sorgen zu äußern. Die Teilnehmenden schätzen die Akzeptanz und das Gefühl, verstanden zu werden.
- Betroffenen helfen: Viele Teilnehmende möchten anderen helfen, sei es Familienmitgliedern, Freunden oder anderen Gruppenmitgliedern. Anteilnahme, das Teilen von Erfahrungen und das Gefühl, etwas geben zu können, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, sind wichtige Motivatoren.
Wünsche an die Selbsthilfegruppe
Um die Selbsthilfegruppe noch besser auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden zuzuschneiden, wurden folgende Wünsche geäußert:
- Information: Es besteht der Wunsch nach Informationen zu Anträgen, Patientenverfügungen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Betreuungsangeboten.
- Organisatorisches: Die Teilnehmenden wünschen sich mehr Zeit für neue Mitglieder, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. Gleichzeitig sollte es neuen Mitgliedern ermöglicht werden, sich zunächst zurückzuhalten und in Ruhe anzukommen. Der Erfahrungsaustausch sollte weiterhin im Vordergrund stehen, wobei darauf geachtet werden sollte, dass große Gruppen nicht getrennt werden. Das Format "Blitzlicht" wurde positiv erwähnt.
Fazit
Der Workshop hat gezeigt, wie wichtig unsere Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige ist. Sie bietet nicht nur einen Ort der Information und des Austauschs, sondern auch eine Gemeinschaft, in der man sich verstanden und unterstützt fühlt. Die geäußerten Wünsche werden uns helfen, die Gruppe weiterzuentwickeln und noch besser auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen.