Aktivitäten im laufenden Jahr

Mitgliederversammlung im Juni 2026

Am 16. Juni 2026 trafen wir uns zu unserer Mitgliederversammlung 2026 im Café Thusnelda in der Heilandskirche in Berlin-Tiergarten. Zunächst wurde der Geschäftsbericht des Vorstandes für 2025 von Andreas Schmidt und Axel Busse und der Finanzbericht des Vorstandes für 2025 von Schatzmeisterin Diana Zetzsche vorgetragen. Nach Aussprache zu den Berichten wurde der Vorstand einstimmig von den Mitgliedern entlastet. Vorstandswahlen standen in diesem Jahr nicht an.

Also konnten wir uns um den kleinen Imbiss kümmern, den die Anwesenden genüsslich bis zum Ende einnahmen. Nach einer Pause erfolgte ein Erfahrungsaustausch und es wurden einige Vorschläge zu zusätzlichen Veranstaltungen außerhalb vom Café Thusnelda besprochen.

Mai-Erfahrungsaustausch mit Kuchen und vielen Neulingen

Es begann bereits sehr kulinarisch: Gisela hatte Tee, Kaffee und selbstgebackenen Mohnkuchen mitgebracht, der die Besucherinnen und Besucher zu Beginn unseres Treffens am 19.05.2026 im Café Thusnelda erwartete. Später bezeichnete Gisela diese liebevolle Einladung als „Gedenk-Kuchen“ für Carla, die vor fünf Wochen eingeschlafen war. Unsere Runde setzte sich aus relativ vielen Erstbesuchern zusammen. Zuerst hatten wir das Thema Gentest und diejenigen, die diesen schon gemacht hatten, berichteten über ihre Gedanken und Gefühle in diesem Entscheidungszeitraum und danach. Ein Besucher mit einer frischen Huntington-Diagnose holte sich Tipps über die erste Zeit des Umganges damit und die positiven und negativen Aspekte dieses Resultats. Einige Betroffene berichteten über die ersten Jahre als Genträger sowie erste Anzeichen von Symptomen und ihre persönlichen Herangehensweisen. Hierbei wird eine frühzeitige regelmäßige (fach-) ärztliche Konsultation empfohlen, um individuell auf die neue ungewohnte Situation einzugehen und evtl. belastende Lebensumstände, wenn möglich, zu verändern bzw. ggf. geeignete Medikamente auszuprobieren. Dazu sollte man jedoch auch bereit sein, was (auch krankheitsbedingt) nicht immer der Fall ist oder eben auch nicht ganz unproblematisch ist. Auch die Information der Kinder über das Vorhandensein einer Erbkrankheit bei einem Elternteil wurde thematisiert, wobei eine Teilnehmerin berichtet, dass diese Krankheit über Jahrzehnte totgeschwiegen wurde und Erkrankte weggeschlossen wurden. Die ebenfalls belastende Position der Angehörigen wurde mehrmals herausgestellt und im Rahmen unseres Erfahrungsaustausches wurden mehrere Situationen besprochen. Bis auf ein kleines Stück war der Kuchen dann fast aufgegessen. Danke für die Idee, liebe Gisela.

Treffen der Selbsthilfegruppe am 21.04.2026 mit Ärzten aus der Charité

Bei unserem monatlichen Treffen im Café Thusnelda hatten wir Besuch von Ärzten aus der Charité, Frau Dr. med. Maria Gemenetzi (Fachärztin für Neurologie), Herr Dr. med. Eike Jacob Spruth (Facharzt für Neurologie, Neuropsychiatrie), Dr. med. Matthias Großer sowie von Herrn Dr. Philipp Demmer (Facharzt für Humangenetik bei Medicover im Klinikum Westend).

Zunächst informierte Frau Dr. Gemenetzi über aktuelle und zukünftige Studien. Die aktuelle Studie von Roche zu Tominersen wird im Mai dieses Jahres abgeschlossen, die Auswertung wird einige Monate in Anspruch nehmen. Es gibt folgende neue Medikamentenstudien:

- Fa. Alnylam – „ALN-HTT02“ Phase I-Studie (Verträglichkeit), Medikamentengabe per
  Lumbalpunktion (Studie ist bereits voll),

- eventuell zwei zukünftige Studien mit Lumbalpunktion,

- nächstes Jahr wir es ENROLL2 geben, die bisherige ENROLL-Studie wird dann wahrscheinlich
  um ein Self-Rating zu Hause und Auswertung von mehr Biomasse (z. B. Blutentnahme u. a.)
  erweitert,

- die Roche-Studie soll ab Herbst fortgeführt werden, die nur auf das kranke Huntingtin abzielt,

- Fa. Novartis - Phase III-Studie von Votoplam (PTC 518) – Einnahme in Tablettenform,

- Fa. Prilenia – Phase III-Studie von Pridopidin (Tablette) – Open Label mit positiven Effekten,

- Fa. UniQure – AMT130, bisher zu wenige Teilnehmer, deshalb bisher keine Schnellzulassung,

  eventuell sind neue Studien mit mehr Teilnehmern erforderlich, zurzeit finden Abstimmungen mit
  der FDA statt.

Herr Dr. Spruth ergänzte die Ausführungen von Frau Dr. Gemenetzi. Insbesondere erläuterte er auch den Ablauf einer Lumbalpunktion, um eventuelle Ängste bei potenziellen Teilnehmern von Studien zu reduzieren. Die aktuellen Medikamente können nicht heilen, aber so weit wie möglich verringern, also den Verlauf verzögern. Vielleicht kann zukünftig die Kombination mehrerer Medikamente erfolgreich sein.

Es wurde in diesem Zusammenhang auch darüber informiert, dass zukünftig Angehörige nicht mehr als Kontrollpersonen in die ENROLL-Studie eingeschlossen werden. Angehörige, die bereits eingeschlossen sind, können weiterhin teilnehmen.

Dr. Matthias Großer wurde als künftige Verstärkung des Charité-Teams vorgestellt. Er verfügt über internationale Erfahrungen und wird künftig die ENROLL-Studien durchführen.

Herr Dr. Demmer hat sich vorgestellt, die Ausführungen der Charité-Ärzte ergänzt und unter anderem Fragen zum Gentest beantwortet. Abschließend konnten von den Teilnehmern Fragen an die Ärzte gestellt werden.

Text: Daniela Richter, Bild: Diana Zetzsche

 

Huntington-Kurs beim Schülerlabor der Freien Universität Berlin vorgestellt

Am 17. März 2026 hat Robert Mertens, ein zukünftiger Physik- und Biologielehrer, uns einen Teil seiner Masterarbeit vorgestellt. In seiner Masterarbeit hat Robert einen Kurs für das Schülerlabor NatLab an der Freien Universität Berlin zum Thema Huntington entwickelt und evaluiert. Im NatLab experimentieren nicht nur über 3.500 Schüler*innen im Jahr zu naturwissenschaftlichen Themen, sondern es werden auch zukünftige Biologie- und Chemielehrkräfte ausgebildet. In dem Huntington-Kurs werden genetische, neurologische und kognitive, aber auch ethische Aspekte behandelt. Zu Beginn des vierstündigen Kurses wird von allen Schüler*innen anhand fiktiver Geschichten einer Huntington-Familie ein Stammbaum erstellt, was dem Besuch bei einer Humangenetikerin bzw. einem Humangenetiker ähnelt. Anschließend werden die Schüler*innen in vier Gruppen geteilt. Eine Gruppe führt die Polymerase-Kettenreaktion und die Gelelektrophorese durch, um die Anzahl der CAG-Repeats zu bestimmen. Eine andere Gruppe vergleicht MRT-Bilder von erkrankten und gesunden Menschen, um zu erkennen, welche Bereiche des Gehirns von Huntington betroffen sind. MRT-Bilder werden häufig in Medikamentenstudien eingesetzt, wie z. B. der Roche-Studie, um die Wirkung eines Medikaments nachweisen zu können. Eine dritte Gruppe führt kognitive Tests durch, die auch in der Enroll-Studie eingesetzt werden. Die vierte Gruppe setzt sich mit der Lebenssituation von Betroffenen und ihren Angehörigen auseinander, indem die Schüler*innen die Frage bearbeiten, ob sie sich auf das Huntington-Gen testen lassen würden, falls ein Elternteil das Gen trägt. Ziel des Schüler*innen-Kurses ist es, ein besseres Verständnis für Huntington zu entwickeln und die gesellschaftliche Akzeptanz für Huntington zu stärken. Bei der Entwicklung des Kurses hat die Huntington-Gemeinschaft unterstützt. So hat Dr. med. Philipp Demmer, Facharzt für Humangenetik, bei der Entwicklung des Stammbaums geholfen. PD Dr. rer. nat. Larissa Arning, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ruhr-Universität Bochum, hat die Familiengeschichten kritisch gelesen und auch zum Genetikversuch wichtige Informationen gegeben. Dr. Herwig Lange hat ein Feedback zu den Familiengeschichten, aber auch wichtige Hinweise zu den Stationen MRT und Enroll gegeben. Da wir in unserem Selbsthilfetreffen keine vier Stunden Zeit haben, hat Robert uns nur zwei der fünf Stationen gezeigt. Wir haben uns die MRT-Bilder von Erkrankten und Gesunden vermessen. Ein Mitglied der Gruppe sagte, dass sie dies besonders interessant fand, weil sie gerade an einer Studie teilnimmt und von ihr alle vier Monate ein MRT gemacht wird; sie aber noch nie ein MRT-Bild gesehen hat. Viele unserer betroffenen Selbsthilfemitglieder kannten natürlich die kognitiven Tests der Enroll-Studie, aber vielleicht gerade deshalb kam es zu einer lebhaften Diskussion darüber. Ein Teilnehmer meinte, dass die kognitiven Tests für ihn nicht so schwer seien. Für ihn wären die motorischen Tests das Herausforderndste. Andere Teilnehmer*innen meinten, dass das jährliche Testen für sie wichtig sei, da sie so Veränderungen im Krankheitsverlauf feststellen könnten und dass dies aber bei Verschlechterungen auch sehr belastend sei. Aus der Gruppe kam auch der Wunsch, dass Robert in einem weiteren Treffen die ethische Station vorstellt. Es solle geprüft werden, ob diese Station so umzubauen ist, dass sie Menschen hilft, die sich überlegen, einen Gentest zu machen. Wir haben an diesem Abend viel gelacht, unsere Erfahrungen zu Enroll ausgetauscht und sogar Ideen für die Zukunft gehabt. Es war ein gelungenes Treffen. Danke, Robert.

Text: Petra Skiebe-Corrette und Axel Busse, Bild: Diana Zetzsche

 

Jahresplanung und Erfahrungsaustausch im Februar 2026

Frischer Neuschnee sorgte am 17. Februar 2026 zu einer relativ kleinen Gruppe Anwesender, die sich im Café Thusnelda über die Themenauswahl für das Jahr 2026 abstimmten. Wenn möglich, sollen sich weiterhin Vorträge und Erfahrungsaustausch abwechseln, was praktisch aber nicht immer umsetzbar ist, da dies auch von der Verfügbarkeit der Referenten abhängig ist. Bei der Themenauswahl steht traditionell der Austausch mit der Charité Berlin mit ihren Huntington-Ambulanzen im Vordergrund. So werden wir im April 2026 Herrn Dr. Spruth und Frau Dr. Gemenetzi begrüßen können, zusammen mit dem Humangenetiker Dr. Demmer. Im Juni 2026 soll unsere Mitgliederversammlung stattfinden. Zum Thema „Psychosoziale Aspekte der Huntington-Krankheit“ wollen wir danach einem Fachmann einladen. Für den Herbst ist ein weiterer Vortrag angedacht. Zwischendurch werden wir uns jeweils zum Erfahrungsaustausch treffen. Als weitere Aktivitäten außerhalb unseres monatlichen Treffens in der Heilandskirche werden das Oster-Kaffeetrinken bei Gisela und Wolfgang in Spandau, das Sommertreffen bei Familie Richter in Leegebruch und eine Dampferfahrt gewünscht. Interesse besteht auch an einem Besuch im Deutschen Technikmuseum in Berlin-Kreuzberg. Und natürlich ist unsere Weihnachtsfeier fest eingeplant. Die Termine werden dann auf unserer Internetseite zu finden sein.

Andreas erinnerte an den im Oktober 2025 verstorbenen Brian J. Corrette, der am 16.02.2026 auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beigesetzt wurde. Dabei blickte seine Ehefrau Petra auf den vielschichtigen Lebensweg von Brian zurück und schilderte einige Anekdoten aus seinem wissenschaftlichen Berufsweg sowie private Ereignisse. Zwischendurch waren Musiktitel nach dem Geschmack von Brian zu hören. Petra und Brian gehörten zum Stamm unserer Selbsthilfegruppe und wir verbrachten viele angenehme Stunden miteinander, in denen wir uns über vielerlei Themen austauschen konnten. Noch eine Woche vor seinem überraschenden Tod waren wir bei einer Dampferfahrt zusammen unterwegs. Er fehlt uns.

Im Mittelpunkt des anschließenden Erfahrungsaustausches standen die Fragen einer Abiturientin, die sich für ihre demnächst anstehende Präsentationsprüfung das Thema Huntington ausgewählt hatte. Mit ihren gut vorbereiteten Recherchefragen war erkennbar, dass sie sich bereits seit einiger Zeit mit der Materie beschäftigte und dabei über den Tellerrand blickte. So wurden z. B. beim Thema Präimplantationsdiagnostik in unserer Gesprächsgruppe individuelle politische und philosophische Abwägungen ausgetauscht und wir freuten uns über die tiefsinnige Unterhaltung, ehe wir uns zum Abschied auf den verschneiten Heimweg begaben.

Thema "Trauer und Verlust" im Januar 2026

Bei eisiger Kälte trafen wir uns am 20. Januar 2026 im Café Thusnelda in der Heilandskirche in Berlin-Tiergarten. Zum Jahresauftakt stand das nicht ganz so leichte Thema „Trauer und Verlust“ auf dem Programm. Als Fachberaterin konnten wir die Sozialpädagogin Judith Göde begrüßen. Sie leitet seit 2019 eine offene Trauergruppe im Meerbaumhaus in Tiergarten und verfügt darüber hinaus übervielfältige persönliche Trauererfahrungen. Sie ist auch Mitglied im Netzwerk „Trauer & Leben“. Trauer ist eine Reaktion auf einen Verlust. Einleitend gab sie eine Übersicht, welche Verlust-Ereignisse dann Trauer verursachen können: Tod von Partnern, Familienangehörigen und Freunden, persönliche Trennungen von nahestehenden Menschen, Verlust von (Haus-) Tieren, Verlust von persönlicher bzw. finanzieller Sicherheit, der Arbeitsstelle, der Heimat und der gewohnten Umgebung oder von Lebensmöglichkeiten, neu hinzugekommene Folgen von Behinderungen und Lebenseinschränkungen durch Krankheit bei sich selbst und bei anderen nahestehenden Menschen. Speziell bei der Huntington-Krankheit spielt die „vorauseilende Trauer“ eine häufige Rolle, sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Angehörigen und Freunden. Judith Göde empfiehlt allen Trauernden, sich individuelle Strategien zu suchen, um mit der Trauer umzugehen, z. B. Gesprächsgruppen, Arbeit, Sport, Chorsingen und diverse Freizeitaktivitäten. Mit diesen Aktivitäten können der mit der Trauer verbundene große Stress abgebaut werden und Depressionstendenzen vorgebeugt werden. In der folgenden Gesprächsrunde wurde festgestellt, dass Trauer zwar sehr anstrengend sein kann, aber keine Krankheit ist. Trauer braucht Zeit – und auch gerne zusammen mit anderen Menschen. Diverse Beiträge aus der Gruppe zeigen, dass Trauererfahrungen bereits vielfältig und nachhaltig vorhanden sind. Zur Vertiefung der Materie weist Judith auf 4 Bücher hin: Chris Paul: Ich lebe mit meiner Trauer, Annelie Keil: Auf brüchigem Boden Land gewinnen, Eva Eland: Gebrauchsanweisung gegen / bei Traurigkeit sowie Caroline Kraft / Susann Brückner: endlich über Trauer reden. Wir danken Judith für den aufschlussreichen Abend.

Weihnachtlicher Jahresausklang

Zu unserer traditionellen Weihnachtsfeier trafen wir uns am 9. Dezember 2025 schon traditionell beim Italiener in Wilmersdorf. Für die richtige weihnachtliche Stimmung des Vereinszimmers sorgte – wie auch schon in den letzten Jahren – Gisela, die sowohl den Raum als auch die Speisetafel festlich ausschmückte. Darüber hinaus verwöhnte Diana alle Gäste mit Weihnachtsgeschenken sowie – zusammen mit ihrer Tochter – selbstgebackenen Weihnachtskeksen. Der Vorstand bedankte sich insbesondere bei den regelmäßigen Teilnehmern unserer regelmäßigen Treffen, durch die den Besuchern ein breites Erfahrungswissen angeboten wird. Nach den Worten folgte das gemeinsame Weihnachtsessen, speziell mit Gänse- bzw. Entenbraten, aber auch mit Speisen nach individueller Auswahl. Bis „tief in die Nacht“ wurde dann noch geplaudert und das Jahr frohgemut abgeschlossen (Foto: Diana Zetzsche).

Erfahrungsaustausch im November 2025

Zu Beginn war es draußen schon dunkel und kalt: so fand unser Erfahrungsaustausch am 18.11.2025 im Café Thusnelda in Berlin-Tiergarten statt. Im Vordergrund standen zunächst drei Personen, die wir erstmalig in unserer Runde begrüßen durften. Hierbei standen der Umgang mit den ersten Symptomen der Erkrankung im Vordergrund und aus der Gruppe kamen – basierend auf eigenen Erfahrungen – viele Tipps und Ratschläge. Das galt auch für die Herangehensweise einer Angehörigen, die die Erkrankung in der Familie erlebt und fachlichen Rat erhielt. Über die Tabuisierung dieser und anderer Erkrankungen haben wir uns schon öfters unterhalten und können mit unseren Broschüren spezielles Infomaterial anbieten. Auch ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung sollte gut vorbereitet werden. Natürlich gehört dazu auch ein wenig Glück, wann und wo ein gesuchter Platz auch gerade frei ist. Auch die Möglichkeit einer Reha sollte nach Rücksprache mit dem Arzt in Betracht gezogen werden, zumal es auch einige Kliniken gibt, die sich mit Huntington auskennen. Mit den aktuellen Studienberichten schwingen auch Hoffnungen auf Abschwächung der Krankheit mit. Berichte dazu sind immer willkommen.

 

Treffen mit Frau Dr. med. Tina Mainka-Frey von der Charité Berlin

Im herbstlichen Berlin-Tiergarten durften wir uns am 21.10.2025 im Café Thusnelda in der Heilandskirche die Fachärztin für Neurologie, Frau Dr. med. Tina Mainka-Frey, von der Neurologischen Ambulanz der Charité Berlin begrüßen. Sie schließt zunächst an ihren Besuch bei uns im letzten Jahr an, bei dem sie über die PTC-518-Studie der Phase II der Firma PTC Therapeutic berichtete, bei dem der Wirkstoff in Tablettenform eingenommen wird und der erfolgversprechend war. Es hat sich nun ergeben, dass durch das Medikament der Huntingtin-Spiegel stärker gesenkt wurde. Zwischendurch wurde das Medikament von der Firma Novartis erworben und wird nun unter dem Namen Votoplam erforscht. Folgerichtig plant Novartis nun eine Phase-3-Studie plant, in der Votoplam an einer größeren Gruppe von Menschen mit Huntington im frühen Stadium getestet werden soll. Aktuell laufen Verhandlungen, ob die Studie auch an der Charité angeboten werden soll. Frau Dr. Mainka-Frey geht kurz auf die aktuellen Ergebnisse der durch Hirnchirurgie verabreicht Gentherapie-Studie der Firma uniQure ein, wonach das Medikament AMT-130 das Fortschreiten der Huntington-Krankheit verlangsamen kann. Die Ergebnisse dieser Phase I/II-Studie müssten allerdings auf größerer Ebene bestätigt werden, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Anschließend stand Frau Dr. Mainka-Frey für Nachfragen zur Verfügung, was von den Anwesenden umfangreich angenommen wurde. Mit einem kleinen Geschenk bedankten wir uns für den freundlichen Besuch!

Andreas Schmidt berichtete, dass er in die Heilandskirche zu einem „Abendgottesdienst Kultur“ mit der Pfarrerin Jutta Pfannkuch eingeladen wurde und in der letzten Woche eine Kanzelrede zum Thema „Hauptsache gesund?“ gehalten hat. Dabei hat er in Form einer Gastpredigt über Seltene Erkrankungen im Allgemeinen und die Huntington-Krankheit im Speziellen informiert und zu einer offensiven Herangehensweise mit Problemen und Erkrankungen aufgerufen.

Dampferfahrt mit der Havel-Queen

Der Spätsommer meinte es gut mit uns: mit Sonnenschein wurden wir im Norden von Berlin am 27. September 2025 in Tegel empfangen. Zu unserer Überraschung fand dort auf der Greenwichpromenade das Tegeler Hafenfest statt, dass Ende Juli 2025 wegen massiver Sturmschäden aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste und nun auf dieses Wochenende verschoben wurde. Das hatte zur Folge, dass es schon zu Beginn sehr voll war, wir uns aber in der Menschenmenge dann doch noch finden konnten. Unsere zweistündige Rundfahrt mit dem MS Havel Queen startete pünktlich in den sonnigen Nachmittag und führte uns an Reinickendorfer Ortsteilen sowie Spandau vorbei an die Brandenburger Landesgrenze nach Nieder Neuendorf. Nach dortigem Anleger erfolgte die Wende und es ging wieder zurück an Tegelort vorbei bis nach Tegel. Natürlich gab es zwischendurch einen kleinen Imbiss und wir freuten uns über den gemeinsamen Nachmittag. Zurück auf der Greenwichpromenade nutzten wir noch die Möglichkeit, die kulinarische und musikalische Angebote des Hafenfestes zu genießen. Es war ein schöner Ausflug in den Berliner Norden.

Treffen der SHG im September 2025

Unser Treffen der Selbsthilfegruppe am 16. September 2025 im Café Thusnelda begann mit einem „Rekord“: Sieben Erstbesucher/innen unterschiedlicher Altersgruppen durften wir zu unserem Erfahrungsaustausch begrüßen. Dieser Beginn wurde durch eine Kuchenspende von Gisela und Wolfgang aufgelockert, natürlich in legerer Runde mit Kaffee und Kuchen und Schlagsahne. Schon in der Vorstellungsrunde zeigte sich die emotionelle Brisanz von Erstbesuchen, bei denen es um Öffnung und Vertrauensbildung gegenüber einer noch unbekannten Umgebung geht. Wir hatten eine glückliche Gesprächsrunde und konnten aus unseren Erfahrungen berichten und dabei zur Beruhigung unserer Gäste beitragen. Gleichzeitig wurde betont, dass eine Regelmäßigkeit beim Besuch unserer Gruppe zu einem nachhaltigen Effekt führen würde und wir uns noch vertraulicher austauschen können, da die persönlichen Situationen und Hintergründe schon präsenter sind.
Wir freuen uns auf unsere nächsten gemeinsamen Treffen!

Erfahrungsaustausch im August 2025

Und es war Sommer – und wir waren am 19.08.2025 in einer relativ kleinen Runde und mussten erst einmal in der Markthalle gemeinsam Eis essen gehen. Nach dieser, speziell für einige Erstbesucher, hilfreichen Einstiegsrunde ging es zurück in unser Café Thusnelda zum Erfahrungsaustausch, bei dem zunächst die Erstbesucher/innen, die jeweils von unterstützenden Freundschaften begleitet wurden, im Vordergrund standen. In beiden Fällen wurde in der Gruppe offen und direkt über das Befinden und verschiedene Gedankengänge und Perspektiven gesprochen. Natürlich kamen danach auch alle anderen Anwesenden entsprechend zu Wort, was auch von den Neulingen aufmerksam und interessiert verfolgt wurde. Mit einem Ausblick in die nahe Zukunft endete dieser tiefgehende sommerliche Erfahrungsaustausch.

Prof. Dr. Hoa Nguyen zu Gast in Berlin

Einen besonderen Gast durften wir am 15. Juli 2025 im Café Thusnelda in Berlin-Tiergarten begrüßen: Prof. Dr. Hoa Nguyen, Direktor der Abteilung Humangenetik an der Ruhr-Universität Bochum. In seinem Vortrag informierte er uns über die aktuellen Entwicklungen in der Genetik bezüglich der Huntington-Krankheit. Prof. Nguyen leitet seit 2019 die humangenetische Beratungs- und Diagnostikstelle und betreut mit seinem Team jährlich über 500 Menschen. Seine Abteilung für Humangenetik bildet gemeinsam mit der Klinik für Neurologie (Prof. Dr. Carsten Saft) am St. Josef-Hospital das Huntington-Zentrum NRW, eines der weltweit größten Zentren zur Diagnostik, Behandlung und Erforschung der Erbkrankheit.
Eine Besonderheit in Bochum ist die Erforschung der genetischen Faktoren, die das Erkrankungsalter und den Erkrankungsverlauf beeinflussen. Durch kleine Abweichungen vom reinen CAG-Wiederholungsstrang im Huntington-Gen, in den sich z. B. mit CAA oder CCG zwischendurch neue Varianten ergeben, kann sich der Verlauf der Huntington-Krankheit und der Zeitpunkt des Ausbruchs verändern. Die CAG-Unterbrechungen werden auch als „Loss of Interruption (LOI)-Varianten“ bezeichnet. Die genauen Auswirkungen der unterschiedlichen Abweichungen werden aktuell auch in Bochum intensiv erforscht. Prof. Nguyen ist hoffnungsfroh, in den nächsten Jahren positive Ergebnisse zur Einschränkung der Krankheit finden zu können.
In der anschließenden Aussprache ging es u. a. um die Frage, die eigene DNA untersuchen zu lassen und dann mit dem Wissen der eigenen vorhandenen Genmutationen neu auf das zukünftige Leben zuzusteuern. Auch der Einfluss der „Künstlichen Intelligenz (KI)“ auf die Forschung wird erwartungsvoll betrachtet. Wir danken Prof. Nguyen für seinen Besuch und die geduldigen Erläuterungen der sicherlich nicht einfachen Materie.