Neuer Diagnoseweg

Anpassung der Diagnosekriterien

Die Huntington-Krankheit wird bislang meist über motorische Symptome wie Bewegungsstörungen diagnostiziert. Studien zeigen jedoch, dass nicht-motorische Veränderungen – etwa kognitive Defizite, psychische Auffälligkeiten oder Verhaltensänderungen – oft schon Jahre vor den motorischen Beschwerden auftreten.

Ein Forschungsteam schlägt deshalb vor, die Diagnosekriterien zu erweitern. So könnten auch Patient:innen ohne ausgeprägten motorischen Phänotyp früher erkannt werden. Vorteile wären u. a.:

  • frühere Behandlungsmöglichkeiten und Teilnahme an klinischen Studien

  • bessere Nachsorge und gezieltere Therapien (auch nicht-motorisch)

  • frühzeitige Anpassung im Berufsalltag

  • Bestätigung für Betroffene und Angehörige, dass heterogene Symptome zur CH gehören

Das vorgeschlagene Modell unterscheidet zwischen asymptomatisch, möglicherweise symptomatisch und wahrscheinlich symptomatisch – jeweils auch dann, wenn (noch) keine motorischen Auffälligkeiten bestehen, solange nicht-motorische Symptome objektiv nachweisbar und nicht anders erklärbar sind.

Fazit: Eine angepasste Diagnostik könnte den Zeitpunkt der Diagnose deutlich vorverlegen und so die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Den vollständigen Bericht können Sie hier nachlesen: Chorea Huntington: Was, wenn keine motorischen Symptome bestehen?