Frohes neues Jahr !

Frohes neues Jahr !

Liebe Nordlichter!

Ein neues Jahr hat begonnen. Bei mir sind heute am Tag der Heiligen Drei Könige die Krippe und der Weihnachtsschmuck wieder liebevoll versorgt und verstaut worden bis zum nächsten Advent. Unsere Rituale zu den Rauhnächten sind gelebt und die 13 Wünsche verbrannt. Hier in Wrisbergholzen liegt Schnee und taucht alles in ein zauberhaftes Licht, das an Leichtigkeit und fröhliche Kinderzeit erinnert - der Schnee erinnert mich an meine geliebte Hündin Meggie, die noch vor Weihnachten unsere Welt verlassen musste und eine schmerzhafte Lücke in unserem Leben spürbar macht - und dann sind da neben dem Schmerz Tausende von schönen Erinnerungen an die wunderbare Zeit, die wir mit ihr hatten.

Viele von uns oder in unserer Umgebung tragen sich bereits wieder mit den gefürchteten "guten Vorsätzen" für das noch fast unbeschriebene Buch des Jahres 2026. An dieser Stelle möchte ich eine von mir überaus geschätzte Therapeutin - Dami Charf" zitieren: 

Ich werde dir jetzt nicht sagen, dass 2026 "dein Jahr" wird. Nicht, weil ich es dir nicht wünsche, sondern weil ich diesen Satz nicht mehr hören kann."Neues Jahr, neues Ich." "Jetzt wird alles anders." Als ob wir unser Leben in Projekte einteilen können, deren Laufzeit am 1. Januar startet und die man am 31. Dezember abhakt. Nach über 30 Jahren Arbeit mit Menschen weiß ich: So funktioniert das nicht. Und ich glaube, die meisten von uns wissen das auch.

Also, lass uns versuchen, den Druck da rauszunehmen.
Ich habe letztes Jahr, also 2025, nochmal neu gelernt, dass unser Körper auch auf den Stress, den wir uns selbst durch unsere Erwartungen an uns machen, reagiert. Leider ist die Reaktion nicht positiv, sondern verstärkt die Symptome, die wir eh schon haben.

 

Was ich immer wieder beobachte:

Die Menschen, die wirklich immer mehr in Balance in ihrem Leben kommen, sind nicht die mit den ambitioniertesten Vorsätzen. Es sind die, die aufgehört haben, sich selbst zu überfordern. Die verstanden haben: Es geht nicht darum, schnell zu sein und möglichst viel Programm in möglichst kurzer Zeit zu machen oder möglichst schnell alles zu optimieren und zu analysieren, nur um dann nicht zu schaffen, all das auch zu integrieren und zu merken, wie es dir immer schlechter geht. Es geht darum, möglichst konsistent an kleinen und kleinsten Veränderungen dran zu bleiben und vor allem auch, an den schweren Tagen nicht komplett einzubrechen..

Die meisten von uns planen für die Tage, an denen alles stimmt. Die Tage, an denen wir Energie haben und Zeit und Motivation. Der ideale Tag sozusagen. Aber wie oft haben wir solche Tage wirklich?

Wie wäre es, die Erwartungen an Dich selbst erst einmal auf ein Minimum herunter zu schrauben? Das Minimum, das du für dich tust, wenn nichts stimmt. Wenn du erschöpft bist. Wenn alte Muster hochkommen. Wenn dein Körper sich anfühlt wie ein Feind. Auf welchen Boden fällst du, wenn alles dunkel ist?

Wenn wir es schaffen, hier einen festen Ablauf zu etablieren, dann haben wir über das Jahr einen enormen Gewinn. Der Punkt ist, er darf nicht groß sein. Es darf keine Anstrengung kosten. Es darf nicht zeitintensiv sein!

Was könnte es für dich sein? Schreib dir 3 Dinge auf, die du jeden Tag tun kannst. Dinge, die dich kaum Zeit kosten und immer machbar sind. Häng dir den Zettel an eine Stelle in der Wohnung, wo du ihn jeden Tag mehrmals siehst. Und selbst, wenn du nur eine Kleinigkeit jeden oder fast jeden Tag machst, ist das ein Gewinn für dich.
Ich kann dir gar nicht sagen, wie hilfreich das ist und wie sehr du davon auf Dauer profitieren wirst.
Nur du kannst wissen, was dir guttut. Hier sind aber ein paar Ideen für dich:

  1. Immer mal wieder, wenn du von der Toilette kommst, atmest du dreimal durch. Am besten seufzt du einmal laut, wenn es die Umgebung hergibt. Sonst mache es auf der Toilette, wenn du alleine bist.
  2. Wenn du nach draußen gehst oder aus dem Auto steigst, lege einmal die Hand auf dein Herz und orientiere dich in die Welt da draussen. Schau, wo du bist, sieh den Himmel. Atme durch.
  3. Wenn du Zähne putzt, spüre deine Füße auf dem Boden. Wippe ein bisschen vor und zurück, auf die Zehenspitzen und lass dich dein Gewicht auf dem Boden spüren.
  4. Versuch immer wieder, nach draußen zu gehen und die Welt anzuschauen. Fass die Bäume auf deinem Weg an und schau in den Himmel. Dein Nervensystem liebt das.
  5. Streck und reck dich immer mal wieder, bewege deinen Körper. Das nimmt Stress und tut gut.

Das klingt lächerlich klein, ich weiß.

Aber genau das ist der Punkt: Dein Basis-Programm muss so klein sein, dass du es auch an deinen schlimmsten Tagen schaffen kannst.

Und hier ist das Geheimnis: Mit der Zeit wächst das Programm, das Du für Dich etablierst  Was heute dein Minimum ist, wird irgendwann dein Fundament.

Was ich dir wirklich wünsche: Ich wünsche dir kein "besseres Jahr".

Ich wünsche dir das hier:

  • Einen Moment, in dem du merkst: Das hätte mich früher umgeworfen – und jetzt halte ich es aus.
  • Ein Nein, das du sagst – ohne dich dreimal zu erklären.
  • 10 Sekunden, in denen sich dein Körper sicher anfühlt. Vielleicht morgens. Vielleicht kurz vor dem Einschlafen. Vielleicht mitten am Tag, ganz unerwartet.
  • Die Erkenntnis: Du brauchst kein neues Leben. Du brauchst Vertrauen in Dich selbst, um in diesem hier anzukommen.

Das ist mein Wunsch an dich für 2026.

Und dann sind da noch die Begegnungen mit Menschen und die Verbindung, die wir mit ihnen spüren - zum Beispiel bei den bereits geplanten Veranstaltungen, auf die wir uns schon jetzt riesig freuen:

  • Ein Netzwerktreffen in Hannover zum Tag der Seltenen Erkrankungen" - dem "Rare Disease Day" am 28. Februar 2026 im Stephansstift.           Hier wird der NDR für einen Filmbeitrag vor Ort sein. Das Programm wird noch bekannt gegeben.
  • Die Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2026 vom 27. bis 29. März 2026 im Stephansstift Hannover
  • Die Themen-Tage in der Bildungsstätte Hermannsburg vom 30. April bis 3. Mai: "Wenn alles ins Wanken gerät ..."                                             (...braucht es Herz und Verbindung)
  • Im Sommer Resilienz- und Achtsamkeitstage auf Langeoog, die noch extra angekündigt und ausgeschrieben werden
  • Eine Woche der Begegnung und Gemeinschaft an der Nordsee vom 2. bis 8. August (Schillig) für die "Jungen Nordlichter" und Freunde

Wie man sieht, wird es einige Gelegenheiten geben, sich zusammenzufinden und zu umarmen, sich gegenseitig zu unterstützen und miteinander zu lachen oder zu weinen - am besten beides ;-) Es gibt Räume, um bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Gesichter zu begrüßen, sich gegenseitig Kraft zu geben und auf neue Gedanken zu kommen.

Möge 2026 Euch alle tragen - mit kleinen Glücksmomenten, echten Verbindungen und einem offenen Herzen.

Bis hoffentlich bald!

Susanne Benze – im Namen des Vorstands der:

Deutschen Huntington-Hilfe Norddeutschland e.V.

+49 176 52337027  *  s.benze@dhh-ev.de